Ein Geschenk nur für Griechenland?
Ein Geschenk nur für Griechenland?
Quelle: Investorverlag von Mr N. N.
Die mögliche Hilfe der Bundesrepublik Deutschland für das finanziell schwer angeschlagene Griechenland soll offiziell über die Staatsbank KfW erfolgen. In Planung ist offenbar ein Kredit an die Hellenen im Volumen von bis zu 8,4 Milliarden Euro für das Jahr 2010. Der Bund soll wiederum nur für das Kreditvolumen als Bürge in Erscheinung treten.
Griechenland vor neuen harten Einschnitten?
Deutschland wird helfen, wenn die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind”, sagte am gestrigen Montag die deutsche Bundeskanzlerin. Dazu würden auch weitere Sparmaßnahmen zählen. Der griechische Finanzminister sprach indes am Montag in Athen von einem neuerlichen drakonischen Sparprogramm, das aufgelegt werden müsse. Details werden aber erst nach Abschluss der Verhandlungen mit EU und IWF bekannt gegeben. In den griechischen Medien wird indes schon munter über die möglichen Einschnitte spekuliert. Unter anderem soll angeblich der Kündigungsschutz gelockert werden, die Mindestrente von 450 auf 360 Euro gekürzt, die Rente mit 67 bzw. allgemein die Besteuerung der Altersrenten eingeführt werden.
Tropfen auf den heißen Stein
Dennoch stellt sich einmal mehr die Frage, ob sowohl die Nothilfen als auch die geplante Haushaltskonsolidierung ausreichen, um den gigantischen Finanzierungsbedarf des Mittelmeerlandes abzudecken. Aktuelle Schätzungen gehen von einem Finanzierungsbedarf von deutlich mehr als 200 Milliarden aus. Selbst der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Rudolf Hickel (u.a. Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat von Attac) spricht bzgl. der Finanzhilfen von einem Tropfen auf den heißen Stein. Griechenland fehle es vor allem an einem tragfähigem Konzept, wie es seine Wirtschaft wieder auf die Beine bringen könne.
Skeptischer Eurokritiker
Der ehemalige Hamburger Wirtschaftssenator Prof. Wilhelm Nölling ist noch skeptischer. Er geht davon aus, dass Griechenland das Geld nicht zurückzahlen werde. Vielmehr handele sich bei der Finanzspritze um ein Geschenk. Ein Schelm, wer in diesem Kontext an ein Geschenk u.a. auch für die deutsche Finanzindustrie denkt. Laut BIZ sind Commerzbank, Hypo Real Estate, Allianz und co mit einem Volumen von 43 Milliarden Dollar Gläubiger der Hellenen.
Griechische Staatsanleihen weiter im freien Fall
Trotz des freitäglichen Hilfsantrags befindet sich der griechische Bondmarkt aber weiter im freien Fall. Am Montag explodierte die Rendite für zweijährige griechische Staatanleihen zeitweise auf sage und schreibe 14,6 Prozent. Der Risikoaufschlag gegenüber zweijährigen deutschen Bundesanleihen ist auf den historischen Rekord von 13,72 Prozent empor geschnellt.
Gold in Euro auf Rekordkurs
Ferner geht die Flucht der Investoren in den Gold-Hafen weiter. Gold in Euro notierte auf einem neuen Rekord bei 867 Euro. Eine Unze Krügerrand kostete um die 890 Euro. Aus dem Edelmetallhandel wird weiter von reger physischer Nachfrage berichtet. Diverse massive Einzelkaufaufträge legen weiter die Schlussfolgerung nahe, dass noch immer massive Vermögensumschichtungen (mit einer Höhergewichtung von Gold) vorgenommen werden.
