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Artikel-Schlagworte: „wirtschaftsprofessor“

Prof. Dr. Max Otte: Was tun in der Krise?

Ich muss zugeben, dass ich nicht unter den Menschen war, die eine so schwere Krise vorgesehen haben. Als die Kurse im Sommer 2007 neue Allzeithochs markierten und die Stimmung ausgesprochen gut war, witterte ich zwar Verlangsamung oder sogar Korrektur (vor allem wegen des teurer werdenden Zinsumfeldes und des Ölpreises), bei weitem aber nicht eine regelrechte Baisse.

Ich glaube, die Meisten waren damals sogar weniger vorsichtig. Einer, der lange Zeit als zu vorsichtig und zu “schwarzseherisch” galt, war Prof. Dr. Max Otte.

Wenn man hier eine Klammer aufmachen könnte: In vielen Fällen zahlt sich Vorsicht aus, jedoch nicht immer ist ein übervorsichtiges Abwarten und Absichern (langfristig) vorteilhaft. Die Kurse sind heute in etwa so hoch wie zur Zeit als so mancher den Kollaps prophezeite…

Jetzt schließen wir lieber die Klammer und hören mal Dr. Max Otte zu. Er hat uns bestimmt ein paar interessante Geschichten zu erzählen.

In seiner neuesten Kolumne auf boerse.de macht Max Otte eine schnelle Analyse der Lage. Schlüsselpunkt: Die Politik und die Verantwortlichen reagieren heute entschieden anders (und besser) auf die Krise als etwa nach 1929. Dennoch empfiehlt der Autor eine ausgesprochen krisensichere Positionierung: Gold und Edelmetalle, Liquidität, Qualitätsaktien (immerhin!). Ich möchte an dieser Stelle den Artikel etwas unkommentiert lassen — so fängt er an:

Die Krise ist da.

Sie findet auch bislang in der Heftigkeit statt, wie ich sie in “Der Crash kommt” vorausgesagt habe. Letztes Jahr schrieb ich an dieser Stelle, dass die Trendwende an den internationalen Kreditmärkten erreicht sei und zitierte Michael Farell: „Die für die Wirtschaftspolitik Verantwortlichen haben das Ausmaß der Probleme der gesamten konsumbasierten US-Wirtschaft mit ihren billigen Auto- und erschwindelten Hypothekenkrediten schlichtweg ignoriert. Sie müssen jetzt langsam erkennen, wie Napoleon sich fühlte, als er siebzig Meilen vor Moskau stand.“ Heute bezweifelt keiner mehr das Ausmaß der Krise.

Aber ich muss Sie enttäuschen: Ich bin kein Hellseher, obwohl ich vor drei Jahren mit meiner Warnung vor der kommenden Finanzkrise ziemlich allein auf weiter Flur statt. Der Ausbruch der Krise ließ sich vorhersehen, weil die Probleme und Risiken massiv waren und niemand etwas dagegen unternahm. Die nächsten Jahre lassen sich nicht vorhersehen, sie hängen immer auch von den handelnden Menschen ab. Es sind verschiede Entwicklungen möglich. Wie also sollten Sie sich positionieren?