Artikel-Schlagworte: „gold ist geld“
Viel Gerede von Gold und der Preisblase
Quelle: Investorverlag von Martin Stephan (Chefredakteuer “Wahrer Wohlstand”)
Noch immer verstehen die Investoren das Edelmetall Gold völlig falsch. Auch in den
Medien findet sich nur selten Verwertbares zu Gold oder zur Goldpreisentwicklung. Der Grund ist so einfach wie dramatisch: Da kaum noch jemand die Geldschöpfung und die damit einhergehenden Einflussfaktoren wie Geldpolitik und Geldentwertung begreift, muss jede reine Beobachtung und Interpretation der Goldpreisentwicklung zum Scheitern verurteilt sein. Gold ist eben keine „Asset-Klasse“, kein „Sachwert“, der eigenständigen Bedingungen gehorcht, wie es zum Beispiel Goldminenaktien sehr wohl tun – Gold ist nichts anderes als „Geld“. Natürlich mag der eine oder andere Anleger oder Fondsmanager direkte Goldinvestments für eine Asset-Klassen-Diversifizierung halten, allerdings irrt er sich da. Wichtig für die Goldpreisentwicklung ist zum jetzigen Zeitpunkt aber ohnehin nicht mehr das private Publikum mit seinen kleinen kumulierten Milliardenbeträgen, sondern das institutionelle Vermögen, das Billionen-Beträge per Mausklick rund um den Planeten schickt.Gold ist Geld
Diese Gruppe weiß nur zu gut, dass Gold nichts anderes – und vor allem: nichts Geringeres – als echtes Geld ist. Ebenso wie Geld weist auch Gold keinen Zinssatz auf. Anders als Geld ist Gold nicht beliebig „schöpfbar“, weil eben keine Kreditzusage oder -tilgung seine Existenz beeinflusst. Es gibt nur wenige Bedingungen, die institutionelle Anleger, inklusive Notenbanken, mit aller Macht in die Goldanlage drängen – doch derzeit herrscht wieder einmal eine „Jahrhundertkonstellation“. Immer gut für Gold ist es, wenn neben Buchgeld (M2, M3 ) auch die Menge an Bargeld (M0 oder M1) deutlich zunimmt. Das ist auch ein Zeichen dafür, dass Zinsverluste
nicht hoch sind oder aus anderen Gründen in Kauf genommen werden. Die Explosion an US-Dollarnoten darf hier getrost als bekannt vorausgesetzt werden, aber auch der Euroraum kennt diese Entwicklung. So legte der Nominalwert aller ausstehenden Euro-Banknoten seit Bestehen der Einheitswährung, in nur siebeneinhalb Jahren, von 225 Mrd. auf aktuell rund 775 Mrd. EUR um den Faktor 3,4 zu. Realwirtschaftliche Gründe für diesen Zuwachs sind weit und breit nicht zu entdecken.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist eine niedrige oder gar negative Realverzinsung. Ähnlich wie beim ersten Punkt ist in solchen Zeiten die Liquiditätshaltung in Gold nicht durch Opportunitätskosten („entgangene Rendite“) verbunden. Ferner sind Zweifel an den Fähigkeiten der Notenbanken, politisch unabhängig zu agieren, von großer Bedeutung. Das Nonplusultra stellt eine US-Notenbank
dar, die das Zinsniveau künstlich niedrig hält und der notwendige Zinserhöhungen gar nicht oder viel zu spät zugetraut werden – so wie gerade jetzt.
Realzinsen werden auf 0% fallen
In den kommenden Wochen und Monaten werden die Realzinsen, also der nominale Zinssatz abzüglich der Inflationsrate, in Richtung null wandern – auch ein negativer Wert ist zwischenzeitlich möglich. Gründe dafür sind in den vergleichsweise hohen Rohstoff-, zum
Beispiel in den Energiepreisen, zu finden. Die inflationären Tendenzen kommen nicht über die höhere Nachfrage, wie erhofft, sondern über das knappere Angebot. Diese angebotsinduzierte Inflation ist durch eine tendenzielle Aufblähung an den Rohstoffmärken entstanden – ein Begleitprodukt der generellen Reflationierung des Finanzsystems. Verglichen mit den schwachen Rohstoffpreisen
vor etwa einem Jahr, haben sich inzwischen bereits wieder Aufschläge von 50 bis 100% gebildet. Unternehmen kommen gar nicht darum herum, zumindest einen Teil dieser deutlich höheren Kosten auf die Preise umzuwälzen. Inflationsraten zwischen 2 und 4% sind daher bis zum Frühling in den USA kaum abwendbar. Derzeit liegen die Zinssätze für kurze Laufzeiten bei etwa 0,5 bis 1,0% und für zehnjährige Papiere bei 3,2 bis 3,5%. Eine reale Verzinsung ist dann nicht mehr vorhanden.
Nur die Rückführung der Geldschwemme behindert die Gold-Hausse
Natürlich stehen die Notenbanken der Goldhausse nicht machtlos gegenüber. Andererseits müssen sie sie auch nicht fürchten, denn die Bedeutung ist den Anlegern größtenteils nicht bewusst. Wenn der Allgemeinheit wirklich klar wäre, dass die Rekordhöhe des Goldpreises mit dem Wertverlust des Geldes innerhalb des Finanzsystems eng korreliert, würden die Alarmglocken laut schrillen. Da dieser Geldwertverlust aber ausschließlich zu beliebig definierbaren Warenkörben in Relation gesetzt wird, geht dieser Aspekt, zumindest aktuell, vollkommen unter. Solange die Reflationierung des Finanzsystems anhält, kaum verzinste neue Kredite den Weg zu den Geschäftsbanken finden, die importierte bzw. angebotsinduzierte Inflation vorhanden ist, wird der Goldpreis, ausgedrückt in Papiergeld, weiter zulegen. Ein natürliches Ende gibt es übrigens nicht. Solange Geld „gedruckt“, Banken subventioniert und das System reflationiert werden, muss der Goldpreis klettern. Erst der Wille der Notenbanken, vor allem der Fed, die Kreditschwemme zu
stoppen und das Geld wieder einzuziehen, würde die Goldhausse beenden.
Goldpreis bald bei 2000 USD
Gold ist stabiles Geld, und Papiergeld wird entwertet – folglich steigt der Goldpreis in Papiergeld immer weiter. Wer meint, der Goldpreis sei überhitzt, muss auch die Geldschöpfung für überzogen halten – doch von dieser Seite der gleichen Medaille haben die wenigsten je gehört. Die Schwäche der Notenbanken, eine vernünftige „Exitstrategie“ für das Ablassen der Luft aus der Geld- bzw. Kreditblase zu definieren bzw. umzusetzen, wird den Goldpreis als Spiegelbild des sinkenden Geldwertes als eine Art Kollateralschaden weiter ansteigen lassen. Zu beachten ist, dass das Tempo der Geldentwertung über die negative Realverzinsung
in den kommenden Monaten dramatisch zunehmen wird – entsprechend wird die Liquiditätshaltung der Profis in Form von Gold sein. Ein Goldpreis von 2.000 USD bzw. 1.200 EUR ist daher in den kommenden 12 Monaten durchaus erreichbar, wobei die Schwankungsintensität deutlich zunehmen wird.
Martin Stephan
Der goldene Weg aus der Finanzkrise
Quelle: Investor Verlag der FID GmbH Beitrag von Bill Bonner
Who goes borrowing, goes sorrowing.” [dt. Wer sich Geld leiht, wird leiden.]
– Ben Franklin –
Der heutige Beitrag wird kurz sein. Ich bin wieder unterwegs…. Diesmal auf dem Weg nach Irland, wo das Hauptquartier meines Familienbüros ist.
Das Zitat oben stammt von einem der amerikanischen Gründungsväter. Aber mich hat daran weder der amerikanische Präsident, noch der amerikanische Finanzminister noch einer der amerikanischen obersten Banker erinnert. Es war vielmehr der Telegraph aus London, der es aus dem Mund von Cheng Siwei zitierte, einem der obersten Mitglieder in der kommunistischen Hierarchie.”
Der Telegraph berichtet:
Amerikanische Kreditlockerung löst in China Bestürzung aus
Cheng Siwei, einstiger Vizevorsitzender des ständigen Ausschusses… sagte in Peking, er sei bestürzt über die Zuflucht der amerikanischen Zentralbank in die Kreditlockerung”.
Wir hoffen, dass es, sobald wir wieder ein positives Wachstum haben, einen Wandel im Bereich der Geldpolitik geben wird”, sagte er beim Ambrosett Workshop, einem Politikertreffen am Comer See.
Wenn sie auch weiterhin Geld drucken, um Anleihen zu kaufen, dann wird das in eine Inflation münden und nach einem Jahr oder zwei Jahren wird der Dollar heftig einstürzen. Die meisten unserer Auslandsreserven sind amerikanische Anleihen und das ist sehr schwer zu ändern, deswegen werden wir die schrittweise die Reserven in Euro, Yen und andere Währungen diversifizieren”, sagte er.
Chinas Reserven sind größer als 2 Billionen Dollar, es sind die größten Reserven der Welt.”
Gold ist sicherlich auch eine Alternative. Aber wenn wir Gold kaufen, dann wird der Goldpreis steigen. Wir müssen vorsichtig sein, um die Märkte nicht zu stimulieren”, fügte er hinzu.
Die Chinesen haben jetzt den Wind im Rücken. Sie haben das Dümmste, was ein Land tun kann, getan – und das während einer Zeitspanne von mehr als einem halben Jahrhundert – und jetzt werden sie schlauer. Sie stoßen auf eine Weisheit, die die Amerikaner mittlerweile vergessen haben.”
Ein gesparter Pfennig ist ein verdienter Pfennig” lautet eine andere Redewendung von Franklin. In China ist das ein angewandtes Motto. Die Chinesen sparen 25% – 40% ihres Einkommens.
Auf Schatzsuche
Und jetzt, bei zwei Billionen Dollar, die das Land gespart hat, machen sie sich auf den Weg zu einem Großeinkauf. Aber anders als die Amerikaner in der Blasenepoche, kaufen die Chinesen keine Gebrauchsgüter. Sie kaufen echte Anlagewerte… Rohmaterialien… und sie legen Bestände für grundlegende Rohstoffe an, wie z.B. Edelmetalle.
Letzten Endes ist Gold Geld… es ist eine Möglichkeit, Vermögen über einen langen Zeitraum zu bewahren.
Fragen Sie einmal Terry Herbert. Der Mann hat sein Leben mit einem Metalldetektor verbracht, und auf Englands grünen und goldenen Feldern nach Schätzen gesucht. Er hat über Jahre gesucht, aber als er schließlich etwas Wichtiges fand, trieb es ihm die Tränen in die Augen, so sagt er.
Das, was Mr. Herbert gefunden hat, kann man vermutlich als die größte Entdeckung eines vergrabenen Schatzes im Laufe der der englischen Geschichte bezeichnen – er fand 1.500 verschiedene Gegenstände aus Gold und Silber – Dolchgriffe, Kreuze, Wangenstücke von Helmen und andere Kriegsbeute aus der angelsächsischen Periode, die ungefähr 1.400 Jahre alt sind.
Wäre Mr. Herbert stattdessen über einige Schuldscheine eines angelsächsischen Häuptlings gestolpert, dann wäre das eine beachtliche Entdeckung. Der historische Wert wäre vermutlich unschätzbar. Aber das, was er fand, waren 11 Pfund Gold.
Zusätzlich zum Wert für Museen und Historiker hat sein Fund auch einen Geldwert. Selbst wenn man den Fund einschmelzen würde, und alle Spuren der Geschichte und der Herkunft vernichten würde, dann wäre es immer noch 160.000 Dollar zum heutigen Preis wert – vermutlich ungefähr genauso viel wie zu der Zeit, als die Angelsachsen das Gold gestohlen haben.
Der Goldpreis war über Jahrhunderte erstaunlich ähnlich” schreibt Roy W. Jastram in seinem Buch von 1977 – The Golden Constant (dt.: Die goldene Konstante) Die Kaufkraft zur Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts war fast identisch mit der Kaufkraft zur Mitte des siebzehnten Jahrhunderts.”
Gold überlebt das Papiergeld, die Imperien, die Regierungen… uns alle und all unsere Institutionen.
Die Chinesen besitzen ebenfalls Metalldetektoren. Und sie wissen auch, dass hinter dem Dollar nicht viel Wert steht.
Der Dollar ist abgehakt
Der Dollar ist abgehakt” sagt Geschichtswissenschaftler Niall Ferguson. Die Chinesen lassen ihn fallen, sagt er.
Ferguson spricht für die weitverbreitete Intelligenzija. Seine Vorstellungen spiegeln die Vorstellungen der Fondsmanager, der Hedgefondsbetreiber, der Banker, der Politiker und der Spekulanten. Sie alle sind überzeugt, dass der Dollar dem Untergang geweiht ist.
Die Financial Times führt aus:
Die Finanzkrise hat den Anlegern deutlich die Bedeutung des Restrisikos vor Augen geführt, bei dem ein gewaltiges, einmaliges Ereignis, den Wert eines Portfolios in Grund und Boden stürzen lassen kann. Wenn sich der Staub legt, wird die Angst, dass ein weiteres solches Restrisiko dem Portfolio Schaden zufügt, ganz oben in den Köpfen vieler Anleger und Geldmanager verankert sein.”
Oh, Mr. Market… wo finden wir dieses schmerzliche Ereignis? Es ist eine Inflation, vermuten sie.
Es ist das Risiko, dass die gewaltigen Liquiditätseinspritzungen, die durch die Zentralbanken vorgenommen werden, nach 2012 einen gewaltigen Anstieg entweder der Inflation und/oder der langfristigen Zinssätze nach sich ziehen könnte”, fährt die Financial Times fort.
Die Inflation ist das wichtigste Diskussionsthema unter unseren Kunden”, sagt dazu ein Privatbanker.
Was an der Inflation erstaunt, ist, dass es so wenig davon gibt. Das lässt mich glauben, dass es bei dieser Geschichte noch eine unerwartete Wende geben wird.

